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360° am Strand

 

Im Wattenmeer kribbelt und krabbelt das Leben - hörbar an windstillen Tagen, wenn das Millionenheer der Muscheln, Schnecken, Würmer und Krebse in Sand und Schlick am Wirken ist und ein eigenartiges, geheimnisvolles Flüstern aus dem Boden steigt. Das Wattenmeer ist eine Landschaft ständigen Wandels, sie ändert ihr Bild durch den Gezeitenwechsel von Stunde zu Stunde. Es ist aber auch der Lebensraum für Seevögel: der Möwen, Seeschwalben, Austernfischer, Brandgänse und Eiderenten, die bei Ebbe nahrungsuchend hin und her eilen oder bei Flut nach Muscheln und Fischen tauchen.

Dicht an dicht bedecken die Kothäufchen der Wattwürmer den Wattboden. Zwischen den „Sandkringeln" liegen Trichter und Löcher, entstanden durch den Wurm, der den Sand nebst Nahrungsstoffen zu sich in die Tiefe saugt.
Bis zu 20 Wattwürmer besiedeln vielerorts jeden Quadratmeter Wattboden. Die Tiere hausen in U-förmigen Röhren, deren Ein- und Ausgänge zur   
  Seesterne gehören zusammen mit den Strandund Seeigeln zur Familie der Stachelhäuter. Lebensraum der Seesterne sind vor allem Miesmuschelbänke. Hier umklammert der Seestern Muscheln und öffnet nach stundenlangem Zug die Schalen, um das Weichtier zu verzehren.
Der Einsiedlerkrebs muß ein Schneckengehäuse bewohnen, um seinen weichen Hinterleib zu schützen. Der erwachsene Krebs haust im Gehäuse der Wellhornschnecke, das er trotz des relativ großen Gewichts behende trägt. Bei Gefahr zieht er sich weit zurück und verschließt den Eingang mit den Spitzen seiner Scheren.  
  Miesmuscheln bilden oft ausgedehnte
Bänke im Watt, auf denen
pro Quadratmeter einige
hundert Muscheln siedeln,
untereinander verbunden
durch glasfaserartige
,,Byssusfäden". Unvorstell-
bar ist die Vermehrungs-
kraft dieser Tiere, die zu
den wenigen gehören, die
eine intensive menschliche
Nutzung vertragen.
Unverwechselbar sind die
rauhschichtigen Schalen
der Austern am
Strand, wo sie zu den regel-
mäßigen Funden gehören.
Bänke mit lebenden Be-
ständen sind jedoch derzeit
im Wattenmeer unbekannt.
Alle Austern auf Speise-
karten stammen aus Zucht-
anlagen.