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Die Tierwelt des Watts erschließt sich einem nicht auf Anhieb, da - abgesehen von der Miesmuschel und der Strandschnecke, die an der Wattoberfläche anzutreffen sind - die Muscheln, Krebse und Würmer ein eher verborgenes Leben im Wattboden führen. Wegen der extremen Bedingungen an der Wattoberfläche mit der Gefahr der Verdriftung bei Flut sowie großen Temperatur- und Salzgehaltsunterschieden suchen die Wattorganismen die konstanteren Bedingungen des Wattbodens auf. Viele der im Boden lebenden Tiere kann der kundige Wattwanderer aber bereits leicht an ihren Oberflächenspuren erkennen, so zum Beispiel den Kotpillenwurm an den kleinen schwarzen Kügelchen, den Wattringelwurm an den geweihförmigen Fraßspuren, den Bäumchenröhrenwurm an den verzweigten kleinen Tentakeln oder die Pfeffermuschel und Baltische Tellmuschel (auch Rote Bohne genannt) an den sternförmigen Fraßspuren, die dadurch entstehen, daß die Muscheln mit ihrer schlauchförmigen Verbindung zur Oberfläche diese nach Mikroorganismen regelrecht absaugen. Am bekanntesten indes sind die Sandhaufen des Wattwurms (auch Sandpier- und Köderwurm genannt), auf die jeder Wattwanderer früher oder später stößt und die er zunächst für die Würmer selbst hält. Bei genauem Hinsehen entdeckt man an der Oberfläche auch die dazugehörigen Trichter oder Löcher, an denen der bis zu 40 Zentimeter große Wurm den Sand in sich
hinein frißt, die darin befindlichen Nahrungsteilchen herausholt und später das nicht zu verwertende Sediment als Sandstrang wieder an die Oberfläche abgibt. So lebt dieses charakteristische Tier des Wattenmeeres in seiner U-förmigen Röhre und wartet auf die nächste Flut, die wieder neue Nahrungsstoffe an die Eingangsöffnung der Wohnröhre heranträgt.
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Vielfältige Sandstrukturen und mäandrierende Priele charakterisieren den dynamischen WattenmeerLebensraum
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